Gedanken zur Selbsthilfe
Die Welt ist in Ordnung, sie scheint in Ordnung zu sein. Die wenigen, oft banalen Probleme, gehören schon bald der Vergangenheit an und geraten in Vergessenheit. Situationen, Erfahrungen und Gefühle wie Trauer - Vergewaltigung - Misshandlung - Arbeitslosigkeit - Krankheit - Sucht - Allein zu sein - Behinderung - Angst - Konflikte lassen Menschen Hilflos werden. Menschen die mit veränderten Lebenssituationen nicht fertig werden suchen Menschen die verstehen, sehen und helfen. Sie suchen bei Menschen oder Gruppen mit vergleichbaren oder ähnlichen Problemen Zuflucht und somit Hilfe. Im Gesundheitlichen Bereich bieten Selbsthilfegruppen schützenden Zusammenhalt. In der Gruppe erfahren die Hilfesuchenden Verständnis und Trost. Die Gruppe gibt Stärke und Selbstvertrauen und hebt die Isolation des Einzelnen auf. Der Erfahrungsaustausch liegt in den gemeinsamen Gesprächen und der Wissensvermittlung Durch die Gruppe kann Unterstützung für die eigenverantwortliche und selbstbestimmte Bewältigung in kritischen Lebenssituationen gefunden werden. So habe ich erleben können, dass Menschen sich in Gruppen freier Bewegen. Sie fühlen den Schutz in der Gemeinschaft. Selbstbestimmung entlastet die überforderte und unzureichende psychosoziale Versorgung. Wenn die Gesellschaft sich der Problematik stellen würde, wären keine Selbsthilfegruppen notwendig. Die Kosten der Gesellschaft sinken, weil menschliche Bedürfnisse und Möglichkeiten ohne Umwege erfüllt werden ( SHG sind fast kostenlos, sparen enorme Krankheits- und Krankheitsfolgekosten ) Sie sind flexibel: können rasch auf Bedürfnisse reagieren Die Probleme sind alltagsnah: Teilnehmer sprechen die gleiche Sprache. Wussten sie, dass es in Deutschland ca. 200.000 Menschen gibt, die mit Morbus Parkinson leben? Das sind etwa 0,25 % der Bevölkerung. 10 % - unter 40 Jahre ca. 20.000 30 % - unter 50 Jahre ca. 60.000 40 % - zwischen 50 und 60 Jahre ca. 80.000 im Alter über 65 Jahre erkrankt fast jede 100. Person an Parkinson ca. 40.000 Jedes Jahr kommen 15 Neuerkrankungen auf 100.000 Personen Wie groß die Anzahl derjenigen ist, die Hilfe zur Selbsthilfe suchen, zeigen die über 22.000 Mitglieder in der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. Ich wollte auch etwas tun. Für mich und für Andere. Und es begann ein bedeutender Abschnitt in meinem Leben. Es ist die Zeit der Selbsthilfearbeit. Hilfe zur Selbsthilfe - oder: Ich helfe anderen - und bekomme Hilfe zurück. Aber das sind banale Worte im Vergleich dazu, was Selbsthilfe wirklich ist. Vier Jahre Selbsthilfetätigkeit ließen mich wachsen, gaben mir sehr viel Kraft, machten mich selbstbewusster und ich lernte viele Menschen kennen. Auf den ersten Blick seid ihr Menschen so wie alle. Würdet ihr mir auf der Strasse begegnen würde ich euch nicht bewusst wahrnehmen. Ihr gehörtet zum Alltagsbild dazu- ganz gewöhnlich- und nichts Besonderes. Auf den ersten Blick wart auch ihr wie alle. Doch ich habe so viele kennen lernen dürfen. Menschen, die eine Krankheit verbindet Menschen, die mit der Krankheit leben müssen und einander Kraft und Hilfe geben. Die Miteinander Grenzen sehen und Miteinander Machbares erleben. Menschen, die nicht allein lassen. Die zusammen Lachen und Weinen und gemeinsam gegen eine Krankheit kämpfen. ......................... Ist der Mensch selbstverständlich? Die Menschlichkeit vielleicht? Ist Hilfe geben normal? Was gehen die Sorgen der Anderen mich an? Ist das Anders sein akzeptiert? Wen interessiert schon wirklich, wie es dem Anderen geht? ----------------------------------------------- Es gibt mehr Menschen davon als geglaubt und trotzdem sind es zuwenig. Das Normalste der Welt " die Menschlichkeit " muss man suchen
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